Presseinformation & Pressemeldungen
Pressebüro Susanne Hammel
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Zwei Symbole des Kalten Krieges im neuen Bond-Film “Casino Royale“
In diesem November begegnet Plastinator Gunther von Hagens, einer der bekanntesten „Republikflüchtlinge“ aus der ehemaligen DDR, aus Anlass des 17. Jahrestages des Falls der Berliner Mauer der gefeiertesten Ikone des Kalten Krieges, James Bond.
Gunther von Hagens und die faszinierende Anatomieausstellung KÖRPERWELTEN haben einen Cameo-Auftritt in “Casino Royale“, dem einundzwanzigsten James-Bond-Film, für den der gleichnamige Roman von Ian Fleming von 1953 die Vorlage bildet.
Die KÖRPERWELTEN Ausstellung ist dabei Schauplatz eines typischen Kampfes zwischen Gut und Böse, nämlich zwischen Agent 007 und einem der Schurken aus dem Film. Für Gunther von Hagens, der 1969 nach einem fehlgeschlagenen Fluchtversuch eine zweijährige Haftstrafe antreten musste, sind die James-Bond-Filme mehr als nur unterhaltsame Spionagethriller.
Während Bond im Kalten Krieg die Kommunisten bekämpfte, war er für die jüngere Generation hinter dem Eisernen Vorhang, zu der damals auch von Hagens gehörte, eine Inspiration. „Er stand für die Stärke des Einzelnen gegenüber dem Kommunismus, er war antiautoritär und außergewöhnlich, was den Filmzensoren der damaligen Zeit wohl nicht so klar war“, so von Hagens. „Die Führungsriege konnte den Hunger unserer Generation nach dem Durchbrechen von Grenzen, nach der Freiheit, die nötig ist, um wie James Bond nach Jamaika, nach Kap Canaveral, nach Fort Knox und Monte Carlo reisen zu können, nicht verstehen. Für uns verkörperte er Freiheit und Möglichkeiten.“
Auch die Technik und Zauberei der frühen Filme beeindruckten den zukünftigen Mediziner und Polymerchemiker. „Bond arbeitete mit High-Tech-Geräten - damals eine sehr ungewöhnliche Beschäftigung für die Figuren eines Films. In Goldfinger versuchte er, die radioaktive Kontaminierung der Goldreserven zu verhindern. Als jemand mit großem Interesse an Chemie und Physik wusste ich, dass anders als in der Welt des James Bond, in der solche Innovationen gefeiert wurden, das autoritäre Regime, unter dem ich lebte, Erfindungen im Keim erstickte“, berichtet er.
So unwahrscheinlich es auch klingen mag - der Filmheld mit seinem komplizierten psychologischen Dossier stärkte das Ego und prägte die Gedankenwelt einer Generation ostdeutscher Wissenschaftler. „Er arbeitete hart. Er war immer im Einsatz, lebte nur für seine Mission und nutzte alle seine Fähigkeiten, um diese Mission durchzuführen. Diejenigen von uns, die damals aus der DDR flohen, definierten sich durch ihre Arbeit in Wissenschaft und Technik, und durch ein Streben nach Erfolg um jeden Preis“, so Gunther von Hagens.
Die KÖRPERWELTEN Ausstellungen sind derzeit unter dem englischen Titel BODY WORLDS im Science Museum of Minnesota in St. Paul, dem Museum of Science in Boston in Massachusetts und in der Telus World of Science im kanadischen Vancouver zu sehen.
“Casino Royale“ läuft ab dem 23.11.2006 in deutschen Kinos.
14.11.2006/ Institut für Plastination, Heidelberg, Tel. 06221 331154, www.bodyworlds.com
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Einladung zur ERÖFFNUNG und PRESSEKONFERENZ Das PLASTINARIUM in Guben - Der Blick hinter die Kulissen der KÖRPERWELTEN Sehr geehrte Damen und Herren,
Mit
dem PLASTINARIUM öffnen wir erstmals unsere Werkstätten dem breiten
Publikum und ermöglichen einen Blick hinter die Kulissen der
KÖRPERWELTEN. Das PLASTINARIUM ist eine weltweit einzigartige
Einrichtung, in der öffentlich die Herstellung anatomischer Präparate
von Mensch und Tier demonstriert wird.
Hiermit laden wir Sie
herzlich zur feierlichen Eröffnung des PLASTINARIUM mit anschließender
Pressekonferenz am Donnerstag, den 16.11.2006, um 11 Uhr, in den
Räumlichkeiten des PLASTINARIUM, Uferstraße, in Guben ein.
PROGRAMM 11.00 Uhr Eröffnung des PLASTINARIUMs mit - Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner - Landrat Dieter Friese - Prof. Dr. Franz Josef Wetz - Dr. Angelina Whalley - Dr. Gunther von Hagens 11.30 Uhr Rundgang durch das PLASTINARIUM Beginnend
mit einem Abriss der Geschichte der Anatomie und der Entwicklung der
Plastination, den Plastinationswerkstätten im Zentrum und dem
anschliessenden Schauraum mit ausgewählten Lehrpräparaten. 12.30 Uhr Pressekonferenz im Filmstudio
Bitte nutzen Sie dieses Akkeditierungsformular und bestätigen Sie bis zum 14.11.2006 Ihre Teilnahme per Fax an 06221-331123 oder E-Mail an info(at)plastinarium.de. back Gunther von Hagens: „Posieren mit Schädel ist keine
Leichenschändung“ - Freier Eintritt ins Plastinarium in Guben für alle
Bundeswehrsoldaten
Heidelberg 31.10.2006 - Der angebliche
Bundeswehrskandal um die “Totenschändungen” in Afghanistan hat sich
als inszenierter Medienskandal entpuppt, bei dem aus dem ungeschickten
Umgang mit Skeletten versucht wird, allgemeine Entrüstung zu
destillieren. Ein Medienskandal, weil das Problem in der
Veröffentlichung der Bilder liegt, nicht aber im Posieren mit Gebeinen.
Die Aufnahmen wurden privat, jedenfalls nicht für den Boulevard
gemacht, und die Soldaten konnten auch nicht damit rechnen, dass die
Aufnahmen eines Tages die Titelseiten der Zeitungen füllen würden. Der
Soldat fotografierte zur Erinnerung. Erinnerung ist immer auch
Selbstbesinnung. Aufarbeitung beim Gedankenaustausch mit Freunden.
Früher geschah dies mediengeschützt vor Fotoalben zu Hause, heute mit
Bekannten und Freunden im Internet. Diese bieten die Fotos jetzt auf
dem Pressemarkt feil, ohne Einverständnis der Betroffenen. Das Private,
Heimliche wird öffentlich und das damit verbundene Unrecht wird gar
nicht mehr wahrgenommen.
Es geht weder um Totenschändung noch
um Leichenschändung. Denn Schändung heißt Entehrung. Entehrung setzt
aber eine Toten-Gedenkstätte, die Absicht zur Entehrung und das
entehrende Empfinden bei Betroffenen voraus. Doch die Knochen
entstammten keiner Grabstätte, sie waren anonym, und die Soldaten taten
nichts anderes, als was Medizinstudenten trotz moralisierendem
Zeigefinger der Dozenten regelmäßig tun: Das Verlebendigen von
Skeletten, wie z.B. der Schal um den knöchernen Hals, die Zigarette
zwischen den Zahnreihen, passiert regelmäßig, wo immer Skelette
existieren, ob nun in der Universität, in der Ausstellung Körperwelten
oder aber wie jetzt in einer afghanischen Lehmgrube. Das Posieren
vermindert die Kluft zwischen den Toten und den Lebenden und lässt so
die eigene Sterblichkeit erträglicher erscheinen. Das Foto verstärkt
die Erleichterung. Die Soldaten begegnen ihrer existentiellen Angst,
wenn sie mit dem Schädel auf der Schulter ihren eigenen Schrecken in
den des anderen verwandeln. Schädelposieren als kollektiv erlebte
Stressabfuhr.
Der Umgang mit der eigenen Sterblichkeit ist sehr
persönlich, familienspezifisch und kulturspezifisch. Deshalb hat der
Gesetzgeber hier auf Toleranz gesetzt und den „beschimpfenden Unfug“,
und die „Herabwürdigung“ des Toten zur Voraussetzung strafrechtlicher
Verfolgung gemacht. Schädelposieren ist auch keine “Leichenschändung”.
Weder ist der Schädel ein Leichenteil noch das Skelett eine Leiche.
Darauf weist selbst das Handbuch des Bestattungsrechts hin. Diese Art
sprachlicher Unschärfe behindert die Kommunikation ethischer Werte.
Sonst wird bald auch das Tragen natürlicher Zweithaare, die oft von
Toten stammen, zur Leichenschändung. Selbst aus Sicht der
möglicherweise persönlich Betroffenen dieses Unfugs, vermutlich
Angehörigen russischer Soldaten, relativiert sich dieser Unfug
angesichts etablierten Umgangs mit Leichen in vergleichbaren
Extremsituationen. So schieben Bulldozer der UN afrikanische Leichen in
Massengräber. Solches Tun wird stets mit Hinweisen auf Seuchengefahr
entschuldigt, der man bei entsprechendem finanziellem Aufwand aber auch
mit Desinfektionsmitteln begegnen könnte.
Der Fall ist weder
“abscheulich”, wie Bundeskanzlerin Merkel formuliert, noch zur harten
Bestrafung geeignet, um ein Exempel zu statuieren, das eine heilsame
Wirkung habe, wie Ex-Verteidigungsminister Struck fordert. Derartige
ethische Dampfwolken ideologische Überhöhung sind mir noch gut aus der
DDR-Zeit gegenwärtig, als der Einzelbauer gleich zum Staatsfeind wurde,
nur weil er eben mal sein Ablieferungssoll nicht erfüllte.
Suspendierung vom Dienst, statt Angebot psychologischer Betreuung. Eine
gute Figur machen bei diesem aufgeblasenen Pseudoskandal wenigstens die
Fachleute, die sich mit der gebotenen Abgewogenheit äußern. So der
Psychotherapeut Peter Boppel, der nicht mangelndes Wertebewusstsein der
Soldaten, sondern die psychischen Belastungen des Einsatzes zur
Hauptursache dieser moralischen Ausrutscher der Soldaten macht, oder
der Strafrechtler Merkel, der in diesen Aktionen lediglich eine „grobe
Geschmacklosigkeit, die in der Regel kein kriminelles Unrecht
darstelle“ sieht. Als Arzt würde ich mir statt Suspendierung vom Dienst
und der geforderten scharfen Bestrafung ehe die Solidarität der Truppe
im Sinne aufklärende und beratender Fürsorge wünschen.
Ein Blick
in die Diskussionsforen des Internets zeigt, dass der mündige Bürger
die mediale Aufregung als überzogen, wenn nicht sogar als lächerlich
empfindet. Auf mich wirken die veröffentlichten Bilder eher
friedensstiftend, weil mahnend. Selbst die Pistole an der
Schädelschläfe kann als pazifistisches Warnsignal interpretiert werden.
Die posierenden Soldaten sind Produkt einer modernen Gesellschaft. die
den realen Tod versteckt hat. Dafür sorgen rigide Friedhofsgesetze wie
die moderne Medizin, die das Sterben ins Krankenhaus verlagerte und
universitäre Präpariersäle verschlossen hält. Wenn in einer
Gesellschaft der Umgang mit dem Tod nicht mehr geübt wird, sollte es
nicht verwundern, wenn Soldaten dämlich auf Skelettfunde reagieren.
Zur
Entspannung der Affäre lade ich hiermit alle Bundeswehrsoldaten bis
Ende des Jahres zum kostenlosen Besuch in das PLASTINARIUM in Guben
ein, das am 17. November eröffnet wird. Dort kann sich jeder Besucher
in Erinnerung an die eigene Sterblichkeit mit einem Skelett
fotografieren lassen.
31.10.06 - Gunther von Hagens Pressestelle Institut für Plastination E-Mail: hd.pressoffice(at)plastination.com back
Das PLASTINARIUM - Der Blick hinter die Kulissen der KÖRPERWELTEN Guben,
18.10.2006. Die KÖRPERWELTEN haben seit ihrem Bestehen weltweit mehr
als 20 Millionen Besucher in den Bann gezogen. Nun öffnet der
Plastinator Gunther von Hagens erstmals seine Werkstätten einem breiten
Publikum an seiner neuen Wirkstätte in Guben - das PLASTINARIUM. Das
PLASTINARIUM wird eine weltweit einzigartige Einrichtung sein, die
öffentlich die Herstellung anatomischer Dauerpräparate von Mensch und
Tier zeigt. Auf etwa 2.500 qm Fläche des restaurierten
Fabrikgeländes der ehemaligen Gubener Tuchmacherei erhält der Besucher
umfassende Einblicke in die Prozesse der Plastination und die
verschiedenen Präparationstechniken. Der Prozess umfasst die
anatomische Präparation des Körpers mit anschließender Konservierung
durch die Plastination, die Herstellung von Skeletten sowie die
Fertigung von Gefäßgestalten. Mit modernster Technik entstehen hier
Unterrichtspräparate und anatomische Großplastinate für die Ausbildung
von Ärzten und medizinischen Laien. Ein Abriss über die
Geschichte der Anatomie und die Entwicklung der Plastination am Anfang
des Rundgangs sowie ein Schauraum im Anschluss an die Werkstätten mit
ausgewählten Lehrpräparaten runden den spannenden wie lehrreichen
Rundgang ab. Gezeigt werden Knochenpräparate, Gefäßgestalten,
Körperscheiben und Organplastinate bis hin zu Gestaltplastinaten des
ganzen Körpers. Höhepunkt dieses Schauraums wird ein Ausschnitt einer
KÖRPERWELTEN-Ausstellung sein, in der eine entscheidende Szene des
aktuellen James Bond Films "Casino Royale" gedreht wurde. Die dort gezeigten Plastinate wurden eigens für diesen Dreh gefertigt. Plastinator
Gunther von Hagens: "Das PLASTINARIUM ist das Anatomische Theater der
Moderne. Es steht am Ende einer langen europäischen wissenschaftlichen
wie demokratischen Tradition: Im Jahre 1543 begründete der Chirurg
Andreas Vesal die Anatomie der Neuzeit. Er veröffentlichte in einem
umfassenden Bildatlas wirklichkeitsgetreue Anatomie und popularisierte
die Anatomie durch öffentliche Sektionen. Ebenfalls 1543
veröffentlichte der Astronom Nicolas Kopernikus eine Abhandlung über
Kosmologie, in der er bewies, dass sich die Erde um die Sonne dreht und
nicht umgekehrt. Seither ermöglicht das Planetarium den Blick in die
Entstehung und den Aufbau kosmischer Welten. Das PLASTINARIUM in Guben
gibt demgegenüber einen Einblick in die Entstehung und den Aufbau des
Körpers und der KÖRPERWELTEN." Öffnungszeiten Das PLASTINARIUM wird ab dem 17. November vorerst freitags, samstags und sonntags zwischen 10.00 und 18.00 Uhr (letzter Einlass) geöffnet sein. Gruppen haben die Möglichkeit, außerhalb der regulären Öffnungszeiten einen Besuchstermin zu vereinbaren. Zusätzliche Öffnungszeiten werden zu gegebener Zeit auf der Homepage www.plastinarium.de bekannt gegeben. Adresse: PLASTINARIUM - Gubener Plastinate GmbH - Uferstraße - 03172 Guben Tel. 03561-5474860 - info(at)plastinarium.de back
Plastinator Gunther von Hagens zur Entscheidung der Gubener Stadtverordneten, das Rathaus an ihn zu verkaufen: Trauern ohne Sorge dank Gubener Plastinate
Ich bedanke mich für das mir von der Mehrheit der Gubener Bürger und Politiker ausgesprochene Vertrauen zur Ansiedlung einer Plastinationswerkstatt in Guben. Ich bedanke mich auch bei meinen Gegnern für ihr Engagement im vorausgegangenen demokratischen Meinungsbildungsprozess, der letztendlich der Demokratisierung der Anatomie diente. Durch perfekte "Gubener Plastinate" werde ich mich bemühen, auch ihr Vertrauen zu erlangen und so dazu beizutragen, die entstandenen Meinungsgräben einzuebnen.
Um ausreichend Plastinate fertigen zu können, wird ab sofort bundesweit ein kostenloser Abholdienst für Leichen eingerichtet. Dieser Service wird großen Zuspruch finden, denn er ermöglicht Trauer ohne Sorge um Begräbniskosten. Die kostenfreie Abholung erfolgt durch örtliche Bestattungsunternehmen oder das Institut für Plastination in Heidelberg. Voraussetzung dafür ist lediglich die Zustimmung zur Körperspende durch die Verstorbenen oder ihre Angehörigen.
Gunther von Hagens 27. April 2006 back
Gubener Bevölkerung mit überwältigender Mehrheit für die Ansiedlung eines PlastinationsinstitutsHeidelberg,
20. April 2006 - Über die Ansiedlung eines Plastinationsinstituts in
Guben wurde mehrfach berichtet. Bis heute ist dabei besonders strittig,
ob nun wirklich die Mehrheit der Gubener hinter dem Projekt stehen, so
wie es bei einer spontanen Abstimmung Mitte Januar in Guben den
Anschein hatte. Diese Frage ist angesichts der geplanten Entscheidung
der Gubener Stadtverordnetenversammlung am 26. April über den Verkauf
des Gubener Rathauses von besonderer Aktualität. Um zu einer Versachlichung der Debatte beizutragen, hat das Institut für Plastination in Heidelberg bei tnsEmnid eine Meinungsumfrage
in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Die Befragung
erfolgte in drei Städten: in Heidelberg, dem bisher alleinigen Sitz des
Institut für Plastination in Deutschland, in Berlin als der Stadt mit
den bislang höchsten Besucherzahlen der KÖRPERWELTEN-Ausstellung und in
Guben, dem Ort der geplanten Neuansiedlung. Mit jeweils 1000 befragten
Personen ist das Ergebnis statistisch signifikant. Die Umfrage ist eine
Sensation! Die interessantesten Ergebnisse lesen sich wie folgt: -
Mehr als zwei Drittel der befragten Bürger Berlins, Heidelbergs und
Gubens - in Guben sogar fast 80% - würden der Ansiedlung eines
Plastinations-Instituts in ihrer Stadt zustimmen, wenn dieses
anatomische Präparate für Ausbildungszwecke herstellen würde. Während
in Guben fast genau so viele Befragte (71%) auch der Herstellung von
Präparaten für öffentliche Ausstellungen zustimmen, ist dies in Berlin
und Heidelberg nur fast jeder Zweite. - Über zwei Drittel der
Befragten, die der Ansiedlung eines Plastinations-Instituts in der
eigenen Stadt zustimmen würden, wären mit der Ansiedlung auch dann
einverstanden, wenn dort ganze menschliche Körper präpariert und
plastiniert würden. Die Zustimmung ist unter den Gubener Bürgern mit
80% am höchsten und in Berlin mit 68% am niedrigsten."
Darüber
hinaus sind 13% der Gubener bereit sich plastinieren zu lassen,
wohingegen es in Heidelberg und Berlin nur jeweils 6% sind. back
Gunther von Hagens 6. Dezember 2005 Dalian, China An die Stadtverordneten der Stadtverwaltung Guben Sitzung am 7. 12. 2005 Uferstraße 22-26 03172 Guben Offener Brief an die Stadtverordneten von Guben zur Entwicklung, den Plänen und den Diskussionen um ein Plastinationsinstitut Sehr geehrte Stadtverordnete, sehr geehrter Stadtverordneter, sehr geehrter Herr Bürgermeister Hübner, anlässlich
der öffentlichen Sitzung der Gubener Stadtverordneten am 7. Dezember
2005 erlaube ich mir die folgenden Ausführungen zu meinen bisherigen
Aktivitäten und Plänen hinsichtlich eines Plastinationsinstituts in
Guben: Bisherige Entwicklung Seit Anfang des Jahres
nutze ich ein eigenes Grundstück in Sieniawa Zarska, Polen, als Lager
für Ausstellungequipment von KÖRPERWELTEN-Ausstellungen. Pläne, diesen
Standort zu einem Forschungsstandort mit der Fertigung plastinierter
Körperscheiben auszubauen habe ich aufgegeben, nachdem ich mein
Vertrauen in das gegenwärtige funktionierende polnische Rechtssystem
verloren habe. Um nur drei Beispiele zu nennen: (1) Mein Vater
wurde öffentlich beschuldigt, polnische Bürger denunziert und sie damit
ins KZ gebracht zu haben, ohne dass auch nur ein direkter Zeuge benannt
oder ein sonstiger Beweis dafür vorgelegt werden konnte. Während
darüber in 60 Medien berichtet wurde, informierten schließlich nur 6
Zeitun- gen darüber, dass die gründlichen Nachforschungen in Polen
nicht nur keinerlei belastendes Material zu Tage förderten, sondern das
Amt für Nationales Gedenken sogar mangels jeglichen Beweises die
Eröffnung eines Untersuchungsverfahrens ablehnte. (2) Mein
Vater hat in Unkenntnis der polnischen Rechtslage auf seinem Grundstück
in Sieniawa Zarska 6 morsche Bäume gefällt. Dafür soll er nunmehr
70.000 (siebzigtausend) Euro Strafe zahlen, obwohl in vergleichbaren
Fällen bei polnischen Bürgern auf jegliche Strafzahlung verzichtet
wurde. (3) Politiker erklärten öffentlich, dass das Herstellen
von Plastinaten in Polen verboten sei, obwohl kein entsprechendes
polnisches Gesetz dies verbieten würde. Dies erinnert mich sehr an den
mir aus meiner DDR-Zeit erinnerlichen Grundsatz, dass mir verboten ist,
was nicht erlaubt ist und das nicht der in westlichen Demokratien
etablierte Rechtsgrundsatz gilt, nachdem erlaubt ist, was nicht
verboten wurde. Zusätzlich kam unerwartet und erschwerend hinzu, dass
die Gemeindeverwaltung in Sieniawa Zarska Korrespondenz weder in
Englisch noch in Deutsch akzeptiert. Eine Regelung, der ich noch nicht
einmal in China unterliege. Herr Wolfgang Teske, engagierter
Lokalpatriot Ihrer Stadt las darüber in der Zeitung und lud mich im
Monat Oktober privatissime nach Guben ein um Ihre Stadt als
alternativen Standort zu prüfen. Nachdem ich mich mit der Geschichte
Ihrer Stadt vertraut und mir in einem persönlichen Besuch selbst einen
Eindruck vom Stadtbild und ihren freundlichen Bürgern machen konnte,
fand ich zunehmend Gefallen an Guben. Schließlich kam auf meine Bitte
ein informelles Gespräch mit Herrn Bürgermeister Hübner zustande, für
das ich um Vertraulichkeit bat. Doch dann ging in einem Akt
kommunikativer Begeisterung unerwartet Herr Teske an die Öffentlichkeit
und veröffentlichte meine Absicht, nach Guben zu kommen zu wollen. Eine
solche Absichtserklärung hatte ich zuvor Bürgermeister Hübner zugesandt
und Herrn Teske nachrichtlich mit einer Kopie versorgt. Ich hätte es
vorgezogen, mich erst dann in Guben vorzustellen, wenn ich mich
eindeutig für Guben entschieden hätte. Stattdessen kam eine
Informationslawine in Gang, der zwar die demokratische Legitimation
nicht abgesprochen werden kann, die meine Entscheidung für Guben jedoch
nicht vereinfacht hat. Zu meinen Absichten in Guben Ich
bemühe mich um den Erwerb der "Gubener Wolle" und des jetzigen
Rathauses mit dem Ziel, diese Immobilien zu renovieren und unter
Beachtung der Auflagen des Denkmalschutzes zu modernisieren. Es ist
definitiv nicht geplant, die Präparation menschlicher Körper für die
Plastination von Dalian, China, nach Guben zu verlegen. Mein
Plastinationsbetrieb in China funktioniert mit zur Zeit 250
Beschäftigten zu meiner vollsten Zufriedenheit. Das mir dort gebotene
asiatische Präparationsgeschick und die präparatorische Geduld sind
unschätzbar und in Deutschland in dieser Qualität nicht zu finden. In
den genannten Gubener Immobilien plane ich die Etablierung eines
Instituts für Plastination mit folgenden Aufgaben: (1) Forschung und Weiterentwicklung der Plastinationstechnik.
(2) Forschung und Weiterentwicklung von Spezialkunststoffen für die Plastination. (3) Fertigung dünner plastinierter Körperscheiben von Mensch und Tier. (4) Fertigung von Großtierplastinaten wie Elefant und Giraffe. (5) Etablierung einer Körperspendezentrale für die Plastination. (6) Lagerung von Ausstellungshilfsmitteln und Verkaufsprodukten für die KÖRPERWELTEN-Ausstellungen. Die
in der Presse immer wieder zu lesenden 200 Arbeitsplätze will ich nicht
verneinen, ich möchte sie jedoch auch nicht versprechen. Die
Entwicklung wird zeigen, in welchem Zeitraum und Umfang dies zu
realisieren ist. Doch kann ich sagen, dass sich die Etablierung eines
Plastinationsinstituts und die damit verbundene Renovierung der zwei
angesprochenen Immobilien nicht lohnen würde, wenn ich dort nicht eines
Tages um die zweihundert oder mehr Arbeitsplätze zu realisieren in der
Lage wäre. Da das komplexe Verfahren der Scheibenplastination in viele
Einzelschritte zerlegbar ist, entspricht die mir bekannte
Ausbildungsstruktur der Gubener Bevölkerung meinen Bedürfnissen. Da für
viele Arbeiten Verlässlichkeit und Genauigkeit wichtiger sind als
Fachkenntnis, benötige ich auch Mitarbeiter ohne Fachausbildung. Gern
bin ich bereit, der interessierten Gubener Bevölkerung mein Vorhaben in
einem ausführlichen, bebilderten Vortrag zu erläutern. Mit freundlichen Grüßen gez. Gunther von Hagens (Dr.
med. der Universität Heidelberg, Gastprofessor der New York University,
College of Dentistry (NYUCD), Erfinder der Plastination und der
Ausstellung Körperwelten) Anlagen: Anhang 1: Zur Kritik an der Fertigung von Plastinaten in Guben Anhang
2: Fragen von Herrn Martin Klesmann an Gunther von Hagens (geplante
Veröffentlichung in der Berliner Zeitung am 7.12.2005) back
Absage an anatomische Sehzensur! Verwaltungsgerichtshof bestätigt Ausstellung KÖRPERWELTEN: keine Genehmigung erforderlich. Heidelberg, 29. November 2005 - Mit seinem heutigen Urteil hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg die erstinstanzliche Entscheidung des VG Stuttgart aufgehoben. Entgegen der Auffassung der Stadt Stuttgart ist für die Ausstellung "KÖRPERWELTEN. Die Faszination des Echten" keine Erlaubnis nach dem Bestattungsrecht erforderllich. Die Stadt hat die Kosten des Verfahrens zu tragen.
Während der Verhandlung verschaffte sich das Gericht einen eigenen Eindruck von den Plastinaten: Gunther von Hagens war zur Verhandlung eigens aus New York angereist, um anhand eines Ganzkörperplastinates die wissenschaftliche Bedeutung der Plastination zu demonstrieren.
Gunther von Hagens zu der Gerichtsentscheidung: "Das ist ein hervorragender Erfolg für die Demokratisierung der Anatomie und für die 6.500 Körperspender, ohne die meine Arbeit nicht möglich wäre. Das Urteil setzt die in der Renaissance wurzelnde Tradition fort, nach der die Präsentation musealer Erlebnisanatomie keiner vorsorglichen staatlichen Reglementierung bedarf. Diese deutliche Absage an anatomische Sehzensur ermöglicht nunmehr die uneingeschränkte Präsentation wissenschaftlicher Plastinate in ästhetisch-didaktischer Pose wie dem in Stuttgart zuvor verbotenem Plastinat des betenden Skeletts. Dieser Meileinstein deutscher anatomischer Rechtsprechung orientiert sich an der liberalen internationalen Praxis. Denn nur in Deutschland wurden die Körperwelten bisher zensiert, nicht jedoch in den zehn anderen Ländern Europas, Asiens und Amerikas, in denen sie auf Tour war. Das Urteil legt damit die Grundlage für eine Rückkehr der Ausstellung KÖRPERWELTEN nach Deutschland. Ich freue mich nunmehr, die Ausstellung den Bürgern Stuttgarts unzensiert zeigen zu dürfen. Da das Institut für Plastination zwischenzeitlich in den USA längerfristige Verpflichtungen eingegangen ist, bitte ich um Verständnis dafür, dass der genaue Zeitpunkt einer Rückkehr gegenwärtig noch nicht absehbar ist."
Das Urteil des VGH Mannheim als pdf-File. back
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